CLUBPORTRAIT DES GERONIMO MC GERMANY

Im Jahr 1989 wurde der Geronimo MC Germany gegründet. Dieser bestand ursprünglich aus 4 Membern, von denen nach nunmehr über 25 Jahren noch immer 2 dabei sind.

In der Gegend mitten im sog. „Hinterland“, also der nordwestliche Teil des Landkreises Marburg-Biedenkopf, gab es damals bereits unzählige MC’s. Jedoch konnten sich die vier Freunde, deren Passion Motorräder waren, mit keinem davon wirklich identifizieren. So beschlossen sie einen eigenen MC nach ihren Vorstellungen und Ihren Werten zu gründen. Von da an machten sie voller Stolz die Gegend im Hinterland unsicher.

Anfangs trafen sie sich mehrmals die Woche an verschiedenen Plätzen und schraubten an ihren Bikes. Das waren damals eine 750er Kawa GPZ, zwei Yamaha SR 500 und eine Honda CX 500. Man traf sich zum Feiern und Weggehen (und –fahren), machte interne Partys, veranstaltete jedoch anfangs keine öffentlichen Feiern da es seitens des Clubs als nicht nötig angesehen wurde. Bis heute gibt es im Club keinen Markenzwang, jedoch müssen es nach wie vor mindestens 500 ccm sein und der Motorradführerschein ist genauso Voraussetzung.

Natürlich musste jetzt ein Name herbei. – Nach langem Überlegen kamen sie zu dem Schluss, dass Geronimo mit seinen Werten und Zielen ein passender Name sei. Genau wie der Kriegshäuptling der Chiricahua-Apachen wollte und will der Club sein eigenständiges Denken und Handeln in einer kleinen aber starken Gemeinschaft bewahren. Somit war der Geronimo MC Germany offiziell geboren. Jeder der damaligen und auch heutigen Member hat sein komplett aus Leder bestehendes Colour – was ein absolutes Novum in der Szene darstellt - und sämtliche Schriftzüge selbst gebrannt.

In den kommenden Jahren kamen und gingen einige Member aber der Club vergrößerte sich nach und nach immer mehr. Somit traf man sich ab 1993 in Dernbach im ersten eigenen Clubheim, einer selbst umgebauten Scheune. Dieses Domizil musste allerdings nach nur drei Jahren aufgegeben werden. Bei der Suche nach einem geeigneten Clubhaus traf sich der Club unter anderem auch in einem selbst aus Holz gebauten Tipi mitten im in Privatbesitz befindlichen Wald. Dort fanden sowohl die jährliche Gründungsparty wie auch die wöchentlichen Sitzungen statt. Da der Club sich stetig vergrößerte, sahen sich die Geronimo’s nach einem geeigneteren Clubhaus mit dazu gehörigem Gelände um. Die Suche endete schließlich in Steffenberg-Niederhörlen, wo sich die damals acht Member einen alten Bauernhof mit 3,5 ha Grundstück zu je gleichen Teilen kauften. Von da an stand das Basteln an den Böcken zuerst einmal etwas im Hintergrund und es wurde in mühevoller Arbeit ein rustikales Clubhaus für Treffen und Partys aus dem einst maroden Hof geschaffen.

Seit 2000 finden regelmäßig, d.h. jeden dritten Samstag im Monat, Clubhauspartys statt, welche nicht nur von befreundeten Clubs sondern auch von der umliegenden Bevölkerung besucht werden. In den Jahren 1997 bis 2005 veranstaltete der Club jährlich das sog. „Back in Hall“, ein Hallenkonzert mit jeweils mehreren Rockbands. Zu Anfang und Ende der Saison finden öffentliche Eröffnungs- bzw. Abschlussfahrten und im Sommer die große „Back in Town“-Sommerparty, das Bike- & Rockfestival, über drei Tage statt. Außerdem veranstaltete der Club einmal im Jahr gemeinsam mit dem Gremium MC Marburg und den Trikefreunden Mittelhessen e.V. den Toyrun in Marburg.

Mit den Jahren wurde es auch fester Bestandteil, im Sommer eine Clubfahrt zu unternehmen. Ohne Kind und Kegel, dafür mit großem Übermut geht es jedes Jahr in ein anderes Land – nach England, zum dortigen Renegade des Geronimo MC, nach Italien, Frankreich oder Slowenien. Trotz kleinerer und auch größerer Pannen, die jedes Jahr aufs Neue auftreten, lässt sich der MC diesen Spaß nicht nehmen – und wenn eine 600km Fahrt nach Frankreich auch mal 17 Stunden dauert… Am Ende jeden Jahres genießen sie dann die clubinterne Gründungsparty, die immer exzessiv mit Spanferkel und viel „Sprit“ gefeiert wird. An diesem Tag, sowie an den Geburts- und Todestagen ihrer verstorbenen Brüder, fahren sie auch auf die Friedhöfe, um mit diesen in Gedenken ein Bier zu trinken – denn nur die, die vergessen werden sind wirklich tot.

Heute besteht der Club aus über 20 Membern in den Chaptern „Altkreis Biedenkopf“, „Nomads“ und dem Renegade in England. Seit ca. 10 Jahren wird der Club tatkräftig durch eine eigene Supporter-Crew unterstützt.

01/2016


In Memory

Uwe Welter (1961-2000)
Tone Begic (1968-2003)